Miguel Araújo Oliveira wurde in Hamburg geboren, wo er seine Schulausbildung abschloss, bevor er ein Studium der Sprachen und Literaturen an der Universität Madeira absolvierte. Seine akademische Laufbahn begann er an derselben Institution, wo er zunächst als Tutor und später als Lektor tätig war. Darüber hinaus unterrichtete er am ISAL – Instituto Superior de Administração e Línguas (Hochschule für Verwaltung und Sprachen).
Er absolvierte ein Praktikum in der Bibliothek für ausländische Kulturen in Funchal und war als Kurator mehrerer kultureller Ausstellungen tätig. Hervorzuheben ist dabei die Dokumentarausstellung über Leben und Werk des deutschen Dichters und Dramatikers Friedrich von Schiller, die anlässlich des 200. Todestages des Autors in Zusammenarbeit mit dem Schiller-Nationalmuseum und -Archiv in Marbach organisiert wurde.
Parallel dazu war er als Lehrer und pädagogischer Betreuer am Sprachlyceum in Funchal tätig und fungierte als ehrenamtlicher Koordinator des Philosophieforums im Rahmen des Cine Forum – Forum für Kunst, Wissenschaft und Kultur.
Später trat er der Regionaldirektion für Kulturangelegenheiten der Regionalregierung Madeiras bei und wirkte an der Koordination des Kulturzentrums John Dos Passos mit. In diesem Zusammenhang initiierte er den John-Dos-Passos-Literaturpreis in Partnerschaft mit der Stadtverwaltung von Ponta do Sol und leitete die Jury der ersten Ausgabe.
Anschließend lebte er in Österreich, wo er ein Praktikum im Bereich Kultur- und Veranstaltungsmanagement an einem Theater in St. Pölten absolvierte. Gleichzeitig war er als Berater des Büros Dialog zwischen den Kulturen in Niederösterreich tätig – eine Initiative zur Förderung der Beziehungen zwischen der österreichischen und portugiesischen Gemeinschaft in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Nach seiner Rückkehr nach Portugal wurde er Botschafter seines deutschen Verlags und promovierte im Fach Amerikanistik an der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Lissabon. Er gilt als ausgewiesener Experte für das Leben und Werk von John Dos Passos und Ödön von Horváth und übersetzte Horváths Roman Jugend ohne Gott ins Portugiesische. Darüber hinaus ist er ein anerkannter Fachmann auf den Gebieten Migration und Zensur.
Seine enge Verbindung zur Hochschullehre blieb stets bestehen. So war er unter anderem als Sprachdozent im portugiesischen Parlament sowie an mehreren Hochschulen tätig, darunter am Instituto Superior Técnico (Technische Universität Lissabon), im Sprachzentrum der Fakultät für Geisteswissenschaften, am ISEG – Instituto Superior de Economia e Gestão (Wirtschaftshochschule Lissabon) sowie am CLIC – Sprach- und Kulturzentrum des Polytechnikums Lissabon.
Derzeit ist Miguel Araújo Oliveira als außerordentlicher Professor am Instituto Superior de Gestão tätig. Neben seiner Lehrtätigkeit widmet er sich intensiv der Forschung und literarischen Produktion. Er ist Autor von verschiedenen Werken in unterschiedlichen Genres – von Lyrik und Drama bis hin zu Erzählungen, Essays und Sachtexten.
Sein Gedichtband Sem título („Ohne Titel“) etablierte ihn als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Madeiras und unterstrich seine Bedeutung für die regionale Kulturszene. Die Aufnahme seiner Texte in mehrere nationale Anthologien verstärkte zudem seine Präsenz auf nationaler Ebene und brachte ihm Anerkennung sowohl bei der Kritik als auch beim Lesepublikum.
Besonders hervorgehoben sei sein Werk O PIDE, das ins Deutsche als Die Todesvögel Salazars und ins Englische als Salazar’s Angels of Death übersetzt wurde. Das Buch fand international große Beachtung und wurde von der Kritik hochgelobt. Es gilt als ein Meilenstein der zeitgenössischen portugiesischen Literatur – sowohl aufgrund seines historischen Ansatzes als auch wegen seiner literarischen Ausdruckskraft.
Miguel Araújo Oliveiras akademischer und intellektueller Werdegang wurde mehrfach mit Auszeichnungen für besondere Verdienste anerkannt.